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Die verfügbaren Alternativen zur Behandlung von Arthrose sind überschaubar und nicht unumstritten. Im Folgenden finden Sie einen kurzen Überblick über weitere Wirkstoffe bei Arthrose.
Eine Spritze mit Kortison ist keine übliche Arthrose Therapie – vor allem nicht auf Dauer. Liegt eine starke Entzündung im Gelenk vor, wird Ihnen Ihr behandelnder Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin womöglich die Behandlung mit Kortison vorschlagen. Dies bekämpft die Entzündung im Gelenk zuverlässig und reduziert für einen bestimmten Zeitraum die damit verbundenen Schmerzen und die Schwellung. Zu Beginn einer Arthrose Behandlung kann dies notwendig sein. Hintergrund ist beispielsweise, dass Hyaluronsäure Spritzen nicht in ein entzündetes Gelenk gegeben werden sollten.
Oder die kurze beschwerdefreie Zeitspanne ist erforderlich, um mit anderen physikalischen Therapiemaßnahmen zu beginnen. Kortison ist keinesfalls zur Dauertherapie geeignet. Im Gegenteil, Kortison greift die Knorpelzellen an und kann somit zu einem schnelleren Knorpelverlust beitragen. Außerdem kann die Behandlung mit starken Nebenwirkungen einhergehen. Die Therapie hat klare Grenzen.
Die Eigenbluttherapie wird in der Medizin seit Jahrzehnten verwendet. Das Prinzip ist, dem Menschen Blut zu entnehmen und dies mit einer Zentrifuge oder anderen Methoden in seine Bestandteile zu trennen. Anschließend wird dem Patienten oder der Patientin ein Teil davon zurück gespritzt. Man nimmt an, dass dieser Teil die meisten sogenannten Wachstumsfaktoren und andere positive Inhaltstoffe enthält. Offizielle Leitlinien zur Behandlung empfehlen die Therapieform bei Arthrose derzeit nicht. Das liegt daran, dass es viele unterschiedliche Verfahren gibt und somit keine eindeutigen Studiendaten vorliegen.
Hervorzuheben bei der Eigenbluttherapie ist die Sicherheit von Betroffenen: Wird das Blut vertauscht, hätte dies dramatische gesundheitliche Folgen. Aus diesem Grund müssen Arztpraxen sich zertifizieren lassen, um Blut bearbeiten zu dürfen. Zudem sollte der Arzt oder die Ärztin die gesamte Krankengeschichte der zu behandelnden Person kennen. Dies ist wichtig, um auszuschließen, dass Stoffe die Krankheiten fördern können, konzentriert werden und zurück in den Körper des Patienten oder der Patientin gelangen. Abzuklären sind vor der Eigenbluttherapie unbedingt Krebserkrankungen und Autoimmunerkrankungen.
Arthrose entsteht durch eine Überlastung der Gelenke. Bei professionellen Sportlern und Sportlerinnen werden die Gelenke und Knorpel sehr stark beansprucht. Der Einsatz von Hyaluronsäure Spritzen im Profisport hat sich seit Beginn der 80er Jahre etabliert. Mannschaftsärzte und Mannschaftsärztinnen weltweit behandeln die betreuten Profis intensiv mit Hyaluronsäure. Das Ziel der Behandlung mit Hyaluronsäure Spritzen ist, die Qualität der Gelenkflüssigkeit zu verbessern und den Knorpel bestmöglich zu schmieren. Ein gut geschmierter Gelenkknorpel ist gut versorgt bzw. ernährt.
Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil der Gelenkflüssigkeit. Die Behandlung von Sportlern und Sportlerinnen mit Hyaluronsäure Spritzen ist in Bezug auf Doping irrelevant. Sie dient dem Schutz und der Versorgung des Gelenkknorpels. Eine leistungssteigernde Wirkung wird nicht angestrebt. In Deutschland werden in fast jeder Mannschaft der Bundesliga – in Fußball, Basketball oder Handball – traumatische Gelenkverletzungen mit Hyaluronsäure Spritzen behandelt.
Ob diese erwünschte Wirkung der Hyaluronsäure tatsächlich eintritt, ist allerdings hochumstritten. Studien zeigen hier sehr unterschiedliche, teils widersprüchliche Ergebnisse. Das hängt damit zusammen, dass unterschiedliche Zeiträume und Hyaluronsäure-Präparate untersucht und einige Studien gründlicher als andere durchgeführt wurden.
Bei allen Studien konnte jedoch keine dauerhafte Schmerzfreiheit durch Hyaluronsäure erzielt werden.
Selbst mit neueren Methoden – wie der Hyaluronsäure-Doppelkammerspritze – kann Schmerzfreiheit maximal für einige Monate erreicht werden. Anschließend muss eine erneute Injektion mit Hyaluronsäure erfolgen.
Beispielsweise erschien 2012 eine Untersuchung von 89 Studien, die nur einen kleinen und klinisch unbedeutenden Nutzen durch die Hyaluronsäure-Spritzen ergab. Demgegenüber standen Risiken und unerwünschte Folgen der Gelenk-Injektionen. 2) Im Jahr 2015 folgte eine weitere Analyse von acht aussagekräftigen Studien, in denen Hyaluronsäure-Spritzen mit einer Placebo-Behandlung verglichen wurden. Dort ergab sich nach zwölf Wochen zwar eine messbare, aber nur mäßige Verbesserung der Schmerzen durch Hyaluronsäure. 3)
„Es ist immer wieder erstaunlich, dass die Faktenlage bei häufig eingesetzten Behandlungen recht dünn ist. Doch die Patienten werden selten darüber aufgeklärt!“
Prof. Gerd Gigerenzer (Direktor des Harding Zentrums)
Eine Alternative zur Hyaluronsäure-Injektion, ist üblicherweise, die Anpassung der Schmerzmedikamente. Andere Alternativen sind beispielsweise eine Cortison-Injektion, oder eine Therapie mit Plättchen reichem Plasma (PRP).
Die PRP-Injektion ist eine sehr neue und weitgehend unerforschte Methode, bei der, körpereigene Blutplättchen (Thrombozyten) in das erkrankte Gelenk injiziert werden. Langzeitergebnisse gibt es noch keine. Es konnten aber, in ersten Untersuchungen positive Schmerzlindernde Effekte gezeigt werden.
Eine alternative Heilmethode, die Akupunktur, bei der ebenfalls Nadeln zur Heilung in die Haut (aber nicht in das betroffene Gelenk) gesetzt werden, kann zu einer verbesserten Schmerzsituation Bei Patienten führen.